Geschichte der FFW Ebersgöns

 (PS)  Der 5. Februar 1933 war der Geburtstag der FFW Ebersgöns, die im Beisein des Kreisbrandmeisters aus der Taufe gehoben wurde. Der Provinzialfeuerwehrführer ernannte am 16. Dezember 1934 Herrn Konrad Schindel zum Wehrführer von Ebersgöns der dieses Amt bis zum Jahre 1946 bekleidete.

 Die FFW Ebersgöns, als solche, bestand lediglich bis zum Jahre 1939. In dieser krisenvollen Zeit erlangte ein Gesetz Gültigkeit, das die Freiwilligen Feuerwehren in ihrer seitherigen Form auflöste Durch die Einberufungen zum Kriegsdienst äußerte man die Vermutung, dass bei eventuellen Bränden niemand mit dem vorhandenen Feuerwehrgerät umgehen könnte. Aus diesem Grund wurde aus den Freiwilligen Warren eine Pflichtfeuerwehr, derer die Daheimgebliebenen beitreten mussten. Nachdem die Kriegsjahre beendet waren und die ersten persönliche und wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich milderten ging man im März 1950 dazu der, in einer Versammlung sämtlicher Mitglieder die Pflichtfeuerwehr wieder in eine Freiwillige Feuerwehr umzuwandeln.

 Am 29.3.1945 hatte die Feuerwehr von Ebersgöns die erste Bewährungsprobe durch Kriegseinwirkung zu bestehen. Eine SS-Einheit hatte versucht vom Kalkofen aus, die aus Richtung Oberkleen vordringenden Amerikaner aufzuhalten. Durch gegenseitigen Beschuss fiel eine Granate auf die Scheune von Karl Schindel und entzündete diese. Durch den gemeinsamen Einsatz von Deutschen und Amerikanern konnte sämtliches Vieh in Sicherheit gebracht werden. An der Scheune selbst entstand allerdings erheblicher Sachschaden.

 Noch im selben Jahr, im September, geriet durch einen Blitzeinschlag bei Wilhelm Laudt, die mit der Ernte vollgestopfte Scheune in Brand. Der größte Teil der Ernte ist durch das tobende Feuer vernichtet worden. Das Vieh konnte allerdings durch den raschen Einsatz in Sicherheit gebracht werden.

 Für die Kriegsjahre wurde das alte Spritzenhaus, das damals an der Ecke Hauptstraße/Borngartenstraße stand, zweckentfremdet. Soldaten, die ein Vergehen begingen, wurden zu 3 Tagen Bau im Spritzenhaus verurteilt.

 Nach dem Ausscheiden von Konrad Schindel übernahm 1946 Otto Ring die Freiwillige Feuerwehr Ebersgöns als Ortsbrandmeister. Sein Engagement für die Sache der Feuerwehr, trug ihm von 1958 an, mit dem Amt des Bezirksbrandmeisters, auch überörtliche Anerkennung ein. Er wurde bis zu seinem Ende der aktiven Zeit 1978 mehrere Male ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Feuerwehrkreuz 1. Stufe.

 1946 erfolgte die erste Hilfeleistung unter der neuen Führung im Gambacher Wald. Die nächste Bewährungsprobe erfolgte 1953 bei einem Haus- und Scheunenbrand in Niederkleen. Dort allerdings wütete das Feuer so heftig, dass man Seine Chance hatte die Tiere lebend aus der Scheune zu bergen.

 Im Jahre darauf fiel vermutlich durch Brandstiftung die "Alte Jagdhütte" auf der "Dachsbee" den Flammen zum Opfer. Auch hier hatte die FFW Ebersgöns keine Möglichkeit die Hütte die für die damalige Jugend ein beliebter Treffpunkt war, zu retten.

 Wieder ein Jahr später loderte der Anbau bei Karl Eckhardt. Unter extremen Bedingungen konnte das Anwesen trotzdem gerettet werden. Um nämlich Löschwasser zu bekommen, mussten die Einsatzgruppen auf der "Wehr" erst ein Loch in das Eis hacken. Doch damit war es der Schwierigkeiten noch nicht genug, etliche Schläuche froren einfach zu, so dass nur durch harten Einsatz ein größerer Schaden verhindert werden konnte.

Durch einen Schwelbrand im Kamin bei Reinhard Plitsch, der wahrscheinlich tagelang unentdeckt blieb, rückte die Feuerwehr 1956 erneut aus. Bedingt durch den Backsteinbau des Hauses und dem raschen Einsatz blieb das Gebäude weitgehendst unversehrt.

 1957 mussten die Ebersgönser erneut ausrücken. Bei einem Scheunenbrand in Oberkleen wütete das Feuer so heftig, dass sowohl Scheune als auch das Wohnhaus total niederbrannten. Die beteiligten Wehren konnten nur noch die Reste löschen.

 Weitere Einsätze folgten 1959 bei einem Waldbrand "Am Lehnchen", einem Scheunenbrand in Niederkleen und bei einem Kaminbrand bei Wilhelm Löw in Oberkleen. Bei dem zuletzt genannten Brand ereignete sich eine lustige Episode.

Rudolf Spiller, zu der damaligen Zeit Feuerwehrhauptmann von Oberkleen, hielt vor seinem Haus einen vorbeifahrenden Ebersgönser an und fragte ihn, was denn die Ebersgönser Wehr hier suche. Er bekam zur Antwort, dass es hier bei Wilhelm Löw brenne. Verdutzt antwortete Spiller: ''Das ist doch verrückt In Oberkleen brennt es, die Ebersgönser Feuerwehr ist voll im Einsatz und ich als Hauptmann von Oberkleen halbe keine Ahnung davon!"

 Im Jahr darauf folgten zwei weitere Brandeinsätze bei einem Scheunenbrand in PohI-Göns und Oberkleen. 1973 war ebenfalls ein ereignisreiches Jahr. Hier rückten die Ebersgönser dreimal aus. Scheunenbrand in Oberkleen und Ebersgöns waren die Ursache. Beim Hühnerhausbrand bei Günter Schmidt war Brandstiftung nie ganz auszuschließen. Die Hühner konnten gerettet werden.

1974 ist die Schreinerei Seip durch das Feuer heimgesucht worden. Hier hatten die Feuerwehrleute gegen einen heftigen Brand anzukämpfen. Das Feuer fand hier in den großen Holzlagerbeständen einen ausgezeichneten Nährboden. Die Schreinerei konnte nicht gerettet werden sie ist danach neu aufgebaut worden.

 1 Jahr später stellte ein Kabelbrand bei der Süd-West-Metall die Ebersgönser Feuerwehr vor große Probleme. Den 150 Tonnen Kabelresten war mit herkömmlichen Löschmitteln nicht beizukommen, so dass die Wetzlarer Feuerwehr mit Speziallöschmitteln zur Hilfe geholt werden musste.

 Im selben Jahr geriet der Ölbadeofen bei Karl Wächtershäuser in Brand. Dieser konnte aber durch den Einsatz von Handlöschern schnell entgegnet werden Es entstand weiter kein größerer Schaden.

1976 rückte die Feuerwehr zu einem Waldbrand an der Schafsbach aus. Die Wasserversorgung ist vom Karl-Franz-Teich aus vorgenommen worden.

Am 23. Oktober 1977 fand anlässlich des 1200-jährigen Bestehens der Gönser Mark eine Feuerwehr-Großübung in Ebersgöns statt, bei der dokumentiert wurde, wie durch das hervorragende Zusammenspiel von Feuerwehren, Technischen Hilfsdiensten und Sanitätern die Bevölkerung vor größerem Schaden bewahrt werden kann.

Im März 1978 schließlich entschloss sich die Freiwillige Feuerwehr Ebersgöns, eine Damenfeuerwehr auf die Beine zu stellen, um auch bei Abwesenheit der Feuerwehr-Männer einen optimalen Brandschutz zu gewährleisten.

An Silvester 1979 traf es die Ebersgönser wie ein Blitz aus heiterem Himmel, dass es in Oberkleen brenne. Sie befanden sich gerade beim Silvestertanz in der Turnhalle. Dieser wurde durch die Meldung jäh unterbrochen. Bei klirrender Kälte bei der abermals das Wasser in den Schläuchen gefror, leisteten die Ebersgönser rasche Hilfe beim Scheunenbrand Im Nachbarort. Die wahrscheinliche Brandursache, wie in dieser Nacht nicht anders zu vermuten, war ein Feuerwerkskörper.

 1981 war dann wieder eine Bewährungsprobe. Als erstes brannte im Juni der Dachstuhl der Turnhalle durch Blitzeinschlag. Dieser konnte durch die rechtzeitige Alarmierung durch Enno Schindel wirksam bekämpft werden, so dass es zu keiner Katastrophe kam. Erstmals wurden in dieser Nacht die neuangeschafften Atemschutzgeräte zum Einsatz gebracht.

 Im gleichen Jahr entwickelte sich im heimischen Raum durch einen Jahrhundertregen eine Hochwasserkatastrophe. Die verschiedenen Wehren halfen sich in den jeweiligen Einsatzgebieten aus. Nachdem die Gefahr in Ebersgöns gebannt war, ist man zum Einsatz nach Friedberg-Fauerbach abberufen worden. Dort konnte man vielen Familien helfen. Der Ausdruck der Dankbarkeit, den man schon vor Ort erlebte, äußerte sich in einem tief empfundenen Dankesschreiben einer Friedberger Familie an die Ebersgönser Feuerwehr. Bei dieser Katastrophe waren mehrere Feuerwehrleute durchgehend über 40 Stunden im Einsatz.

 Doch ist die Ebersgönser Wehr nicht nur bei Hilfeleistungen im Einsatz, sondern sie wirkt auch seit 1977 aktiv beim Butzbacher Wäldchestag mit und führt seit 1970 den Tag des Waldes durch, der sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut. Einer Großübung schließt sich immer ein geselliges Beisammensein mit Erbsensuppenessen an.

 (Auszug aus dem Festbuch "50 Jahre FFW Ebersgöns")

 

Der "Fuhrpark" der FFW Ebersgöns im Wandel der Zeit

 


vlnr: Leiterwagen mit Standrohr und Schlauchmaterial * TSA mit TS 8/8 der Fa. Bachert (noch immer voll funktionsfähig) 
TSF Ford-Transit mit TS 8/8 der Fa Koebe, VW-Industriemotor * TSF-W VW-LT 50 mit TS 8/8 der Fa Hale, Nissan-Motor

 

Was sich seit dem 50jährigen Jubiläum getan hat:

Wird demnächst ergänzt.